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Algen im Gartenteich optisch ein Ärgernis, biologisch jedoch wertvoll!

Auf umfangreiche Details und Ansprüche der verschiedenen Algenarten möchte ich hier nicht eingehen, sondern in Kurzform die ökologische Funktion, Nutzen und Schäden, die z.B. durch Fadenalgen verursacht werden aufzeigen.

Bevorzugter Lebensraum der Algen sind lichtdurchflutete Gewässer mit guter
Wasserqualität. Grundsätzlich sind Fadenalgen deshalb ein Hinweis guter Wasserqualitäten. Fadenalgen bilden den Lebensraum und Lebensgrundlage für viele Kleinorganismen, bieten Schutz und Deckung vor Feinden und  dienen auch teilweise als Nahrung für junge Fische.

Fadenalgen unterstützen auch die Leistung eines Filters durch Reduzierung der Gifte Ammoniak und Nitrit, Reduzierung von Nitrat und sie bilden Sauerstoff-den sie allerdings auch wieder selber nutzen!

Ein Fadenalgenrasen von ca. 1-5 cm Länge auf Teichfolien, Steinen usw. ist biologisch sehr sinnvoll. Dieser kleine Algenaufwuchs dient den Fischen als Kinderstube und ist ein wichtiger Teil des biologischen Gleichgewichts im Gartenteich.

Echte Probleme entstehen durch Fadenalgen erst, wenn eine Massenvermehrung eintritt. Dieses geschieht häufig auch über den Winter, spätestens jedoch im Frühjahr, wenn die Nährstoffe, die während des Winters freigesetzt wurden, noch nicht von den Wasserpflanzen verbraucht werden, weil diese erst später wachsen. Auch die Nachwuchsproduktion der Teichfische setzt noch einmal Nährstoffe für die Algen frei.

Sofern sich nun also Fadenalgen unkontrolliert ausbreiten können, hat das häufig unangenehme Folgen.
 *Verringerung der Pumpenleistung und Verstopfen der Filterpumpen.
 *Verstopfen des Filters, verstopfen der Filterrohre/Schläuche.
 *Überlaufen von Bachläufen.
 *Sauerstoffmangel am frühen Morgen.

Es ist daher sinnvoll, jede Algenblüte und übermäßige Vermehrung erst überhaupt nicht entstehen zu lassen.









So können Sie größere Probleme mit Algen vermeiden.

Nährstoffkonkurrenz durch höhere Pflanzen.
Ihr Teich sollte entsprechende Sumpf-und Flachwasserzonen haben.
Unterwasserpflanzen z.B. verdrängen auch Algen. Sofern Sie Koi in Ihrem Teich pflegen, sollten sie Bachläufe oder Pflanzenfilter mit entsprechenden Pflanzen ausstatten.

Nährstoffentzug durch Filtermaterialien.
Es gibt erprobte Granulate zur Bindung von Phosphaten. Phosphat ist ein wichtiger Baustein für Algen. Achten Sie bitte darauf, dass die Phosphate nicht im Teich gebunden werden, sondern z.B. mit Hilfe einer Kartusche zunächst gebunden und dann aus dem Teich entfernt werden.

Fische –so schwer das auch sein mag- nur sparsam füttern.
Und lassen Sie Ihre Fische ruhig einmal in jeder Woche an einem Tag fasten. Fische suchen dann in den Fadenalgen nach Lebendfutter und fressen so auch einen Teil der Fadenalgen.

Aktivsauerstoff in Form von Natriumbikarbonat.
Muss gezielt auf die Fadenalgen gestreut werden und verbrennt somit chemisch deren Oberfläche. Hier müssen Sie jedoch auch die Wasserwerte beachten. PH um 7 und die
Karbonathärte darf nicht unter 4 liegen!!

Monolinuron
Ist ein Photosynthesehemmstoff, der in die Entwicklung der Algen eingreift und sie zerstört
Bei richtiger Anwendung werden die Filterbakterien nicht geschädigt.

Fadenalgen sind letztlich ein wichtiger Teil im biologischen Gleichgewicht im Teich und in der Nahrungskette. Im Wasser wird es niemals eine sterile Oberfläche geben können.
Gehen Sie bitte nicht mit der ganz großen chemischen Keule gegen die Algen vor, Algen kommen in diesem Fall stets mit Verstärkung zurück –ganz sicher. Da Sie diesen Feldzug nicht gewinnen werden, arrangieren Sie sich mit den Fadenalgen auf für beide Seiten erträgliches Niveau.

Kommentare zu diesem Thema

  1. GAST sagte

    am 12.09.2011 15.36.30

    wirklich sehr interessant! diese information hab ich noch nie bekommen! na, dann wundern mich unsere ständigen koi baby (im sommer 3 größen) nicht mehr! *s* danke für den lesenswerten beitrag!

  2. GAST sagte

    am 13.03.2012 14.22.54

    Sehr Informativ!! Werde auf jedenfall Ihre Ratschläge beherzigen.

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